Dichtstoffverbrauch: Fugenvolumen und Kartuschen berechnen
Eine lange Fuge braucht nicht zwangsläufig viel Dichtstoff: Entscheidend ist der ausgefüllte Querschnitt. Diese Rechenmethode und Tabelle helfen beim Einkauf von Kartuschen und Schlauchbeuteln.
Eine rechteckige Fuge mit 10 × 6 mm und 25 m Länge enthält 1500 ml. Mit beispielhaft 10% Zuschlag sind es 1650 ml: 6 ganze Kartuschen zu 300 ml.
L bezeichnet die gesamte Fugenlänge in Metern; w und d sind ausgefüllte Breite und Tiefe in Millimetern. C ist der nutzbare Gebindeinhalt in Millilitern. Die Tiefe bis zur Hinterfüllung messen, nicht bis zum Grund des gesamten Hohlraums. Abschnitte mit anderer Breite oder Tiefe getrennt erfassen. Zulässige Fugenmaße dem gewählten Produktsystem entnehmen; diese Rechnung legt sie nicht fest.
Beim Rechteckquerschnitt Länge, Breite und Tiefe multiplizieren. Ein Quadratmillimeter über einen Meter ergibt einen Milliliter. M ist die theoretische Reichweite je Gebinde ohne Verarbeitungsverluste. Volumina kompatibler Abschnitte desselben Produkts addieren, den gewählten Zuschlag p anwenden und erst die endgültige Gebindezahl aufrunden.
Vᵣ (mL) = L (m) × w (mm) × d (mm); L ≥ 0
Vₜ = Vᵣ / 2
M (m) = C (mL) / [w (mm) × d (mm)]; w > 0, d > 0
N = ⌈[ΣVᵢ × (1 + p / 100)] / C⌉; C > 0, p ≥ 0
Bei einer tatsächlich rechtwinklig dreieckigen Eckfuge mit den senkrechten Schenkeln w und d beträgt das Volumen die Hälfte. Eine konkav abgezogene Fuge oder eine taillierte Bewegungsfuge ist nicht automatisch dreieckig. Tatsächlichen Querschnitt oder Herstellerangaben verwenden; nicht jede Silikonfuge pauschal halbieren.
Für 25 m Rechteckfuge mit 10 × 6 mm gilt: 25 × 10 × 6 = 1500 ml. Beispielhaft 10% Zuschlag ergeben 1650 ml. Geteilt durch 300 ml sind das 5,5 Kartuschen; einzukaufen sind 6. Ein echtes Dreieck mit denselben Schenkeln braucht vor dem Zuschlag 750 ml.
Theoretische Reichweite je Gebinde
Nur rechteckige Querschnitte. Längen auf 0,01 m abgerundet. Die Tabelle zeigt geometrische Reichweiten ohne Zuschlag, keine Empfehlung zur Fugendimensionierung. Den Gebindeinhalt auf dem Etikett prüfen.
| Querschnitt w × d (mm) | ml je Meter | 300 ml: m | 310 ml: m | 600 ml: m |
|---|---|---|---|---|
| 6 × 6 | 36 | 8,33 | 8,61 | 16,66 |
| 10 × 5 | 50 | 6 | 6,2 | 12 |
| 10 × 10 | 100 | 3 | 3,1 | 6 |
| 15 × 10 | 150 | 2 | 2,06 | 4 |
| 20 × 10 | 200 | 1,5 | 1,55 | 3 |
Bei 50 ft Länge und ¼ × ¼ in Rechteckquerschnitt beträgt das Volumen 37,5 in³ = 614,51 ml = 20,78 US fl oz. Mit 10% Zuschlag und Tuben zu 10,1 US fl oz auf 3 Tuben aufrunden. US- und britische Flüssigunzen unterscheiden sich; oz als Gewicht ist kein Flüssigkeitsvolumen.
Den Zuschlag nach Baustelle, Verarbeitung und Produktangaben wählen; 10% ist nur ein Beispiel. Ein Zuschlag auf das Sollvolumen ist nicht dasselbe wie ein entsprechender Verlustanteil an der gekauften Menge: Bei Verlustanteil f wird V ÷ (1 − f) [0 ≤ f < 1] benötigt. Unterschiedliche Produkte getrennt halten. Erst nach dem Addieren kompatibler Abschnitte runden; Restmengen und Nutzbarkeit angebrochener Gebinde berücksichtigen.
Reale Fugenform, Abziehen, unebene Ränder und Produkteigenschaften verändern den Verbrauch. Ohne produktspezifische Dichte keine Umrechnung von kg in Liter. Gebindevolumen muss positiv sein, Maße dürfen nicht negativ sein. Bei Länge null braucht das Idealmodell kein Material. Die Anleitung bestimmt weder Fugenbreite und -tiefe, Hinterfüllung, Haftung, Bewegungsaufnahme, Brandschutz, Aushärtung, Tragfähigkeit noch örtliche Zulässigkeit. Aktuelle Herstelleranweisungen beachten.
Technische Quellen
Herstellerquellen stützen die Mengenmethode und ihre produktabhängigen Grenzen. Dort genannte Fugenmaße und Einbauregeln sind keine universellen Vorgaben. Geprüft am 17. Oktober 2026.