Steigungen und Trittstufen: Warum die Anzahl abweicht
Eine Treppe kann mehr Steigungen als einzelne Trittstufen haben. Klären Sie vor dem Aufmaß oder der Bestellung, wie der Lauf am oberen Geschoss anschließt. Die letzte Steigung zählt auch dann, wenn der obere Fußboden die letzte Gehfläche bildet.
Von Fertigfußboden zu Fertigfußboden messen
Die Geschosshöhe ist der senkrechte Abstand zwischen den fertigen Fußböden, nicht die lichte Raumhöhe oder die schräge Wangenlänge. Berücksichtigen Sie den geplanten Bodenaufbau auf beiden Ebenen. Wer unten ab Rohdecke und oben bis Fertigfußboden misst, verändert die erste oder letzte Steigung. Die Stufendicke gehört zusätzlich ins Anschlussdetail.
Steigungen und Gehflächen getrennt zählen
Eine Steigung ist der Höhenwechsel zwischen zwei aufeinanderfolgenden Gehflächen; die Steigungshöhe ist dessen Maß. Eine Setzstufe schließt die senkrechte Fläche, ist aber zum Vorhandensein einer Steigung nicht erforderlich. Eine Trittstufe ist eine eigene waagerechte Gehfläche. Der Auftritt ist der horizontale Abstand entsprechender Vorderkanten. Zählen Sie diese Abstände gesondert.
Ein Lauf mit zwei unterschiedlichen Anzahlen
Das metrische Rechenbeispiel hat gleiche Steigungshöhen und Auftritte. Die letzte einzelne Trittstufe liegt eine Steigung unter dem oberen Fußboden. Überstand, Stufendicke, Befestigungen und Tragwerk sind nicht bemessen. Die Zahlen erklären die Geometrie; sie bescheinigen keine Zulässigkeit nach örtlichen Vorschriften.
- Geschosshöhe
- 2700 mm
- Steigungen
- 15
- Steigungshöhe
- 180 mm
- Auftritt
- 260 mm
- Separate Trittstufen
- 14
- Waagerechte Länge A–C
- 3640 mm
- A
- Unterer Fertigfußboden
- C
- Oberer Fertigfußboden
- N
- Steigungen
- T
- Separate Trittstufen
- h
- Steigungshöhe
- g
- Auftritt
- d
- Tiefe des Stufenbauteils
- p
- Stufenüberstand
Steigungshöheh = H / N = 2700 / 15 = 180 mm
Separate TrittstufenT = N − 1 = 15 − 1 = 14
Waagerechte Länge A–CR = T × g = 14 × 260 = 3640 mm
Im Aufriss liegt A am Fuß der ersten Steigung auf dem unteren Boden, C an der Vorderkante des oberen Bodens und B an der Vorderkante der ersten Trittstufe. Der obere Boden übernimmt die letzte Gehfläche. Er erfordert die letzte Steigung, aber innerhalb A–C keine zusätzliche Trittstufe und keinen weiteren Auftritt.
Den oberen Anschluss zuerst festlegen
Letzte Trittstufe eine Steigung unter dem Boden
In der dargestellten Anordnung liegen alle einzelnen Trittstufen unter dem oberen Fußboden. Die letzte Steigung führt direkt auf den Boden. Zählen Sie alle Steigungen, aber den Fußboden nicht als zu bestellende Trittstufe. Die hier definierte Lauflänge endet an dessen Vorderkante; der anschließende Weg über das Podest gehört nicht dazu.
Eigene Austrittstufe auf Fußbodenniveau
Ein anderer Anschluss hat eine separate Austrittstufe auf Höhe des oberen Bodens. Liegt sie mit demselben Auftritt vor dessen Kante, kommt ein horizontaler Abstand ohne zusätzliche Steigung hinzu. Bei gleicher Geschosshöhe ergeben sich dann die unten gezeigte Anzahl und Länge. Ein schmaler Podestkantenabschluss ist nicht automatisch eine weitere volle Trittstufe.
Eigene Austrittstufe auf FußbodenniveauT = N = 15; R = 15 × 260 = 3900 mm
Auftritt und Stufentiefe auseinanderhalten
Den Auftritt messen Sie waagerecht zwischen entsprechenden Vorderkanten benachbarter Gehflächen. Die Stufentiefe ist das Bauteilmaß von vorne nach hinten; der Überstand ragt über die Setzstufenfläche hinaus. Gleiche Überstände können die Stufentiefe vergrößern, ohne den Auftritt zu verändern. Das Detail ist schematisch: Nuten, Verbindungen und Auflager beeinflussen das Zuschnittmaß zusätzlich.
Zwei Linien, zwei Neigungswinkel
Die Treppenneigung folgt den entsprechenden Stufenvorderkanten. B–C enthält gleichartige Steigungs-Auftritts-Intervalle. Die Diagonale A–C beginnt dagegen am unteren Fußboden, eine Steigung unter B, bei gleicher waagerechter Strecke. Ihr größerer Winkel gilt für diese Endpunkte, nicht für die Vorderkantenlinie. Keine der Linien legt allein einen fertigen Wangenzuschnitt fest.
Neigung der Vorderkantenlinie · B–Catan(h / g) = atan(180 / 260) ≈ 34,7°
Diagonale zwischen Endpunkten · A–Catan(H / R) = atan(2700 / 3640) ≈ 36,57°
Die Maßkonvention von Pro² beachten
Der Rechner für gerade Treppen zeigt derzeit eine physische Trittstufe weniger als Steigungen, berechnet die horizontale Länge aber aus Steigungsanzahl mal Auftritt. Diagonale und Winkel beziehen sich auf diese volle Länge. Der Rechner für gerade Treppen hat keinen Schalter für den oberen Anschluss. Seine Rechenstrecke unterscheidet sich daher vom Maß A–C dieses Artikels.
Horizontale Länge in Pro²R = N × g = 15 × 260 = 3900 mm
Auftritt · R = 3640 mmg = R / N = 3640 / 15 ≈ 242,67 mm
Wird A–C als Gesamtlänge in der App eingegeben, teilt sie diesen Wert durch die Steigungsanzahl; der Auftritt ändert sich wie oben gezeigt. Gleichen Sie die Bezugspunkte mit dem Aufmaß ab, statt beide Längen gleichzusetzen. L- und U-Treppen haben eigene Anschlussoptionen und Podestgeometrien.
Rechner für gerade TreppenL-Treppe und oberer AnschlussBaubegriffe
Vor Abstecken und Zuschnitt prüfen
Markieren Sie beide Fertigfußbodenhöhen, wählen Sie den oberen Anschluss und zählen Sie Steigungen und separate Trittstufen. Benennen Sie die Endpunkte jeder waagerechten Strecke. Prüfen Sie Antritt und Austritt mit dem Bodenaufbau. Örtliche Anforderungen an Steigung, Auftritt, Podeste, Kopfhöhe, Geländer und Tragwerk sind gesondert zu prüfen. Rechnerische Maßschließung ist kein Konformitätsnachweis.
Quellen zu Aufmaß und Begriffen
Diese Primärquellen erklären Maße und Anschlüsse für ihre jeweiligen Märkte, nicht ein weltweit einheitliches Regelwerk. Rechenbeispiel und Zeichnungen sind eigenständig erstellt. Die Beschreibung von Pro² wurde mit dem aktuellen Berechnungscode abgeglichen.